Tischfußball : Der Auftakt der neuen Liga ist gelungen

Die Städteregion Aachen will den inklusiven Tischfußball im Sitzen etablieren. 16 der 64 Teilnehmer in der ersten Saison gehen bei Tabalingo an den Start.

Die jungen Teilnehmer sind ebenso konzentriert und mit Spaß bei der Sache wie die älteren. Nach nur wenigen Sekunden brandet der erste Jubel auf: Das Team „die Kickerkraken“ hat ein Tor geschossen. Der Grund zur Freude ist allerdings noch keine Vorentscheidung, denn es müssen fünf Treffer erzielt werden, um einen Satz zu gewinnen, und gespielt wird auf zwei Gewinnsätze. Das ist das Reglement der ersten inklusiven Tischkicker-Liga der Städteregion Aachen.

Bei den Zweierteams sollte mindestens ein Teilnehmer Kind oder Jugendlicher sein, das Alter von 60 Jahren überschritten oder ein Handicap haben. „Weil wir in der Liga unterschiedliche Menschen integrativ und inklusiv zusammenbringen möchten“, beschreibt Bettina Herlitzius, Leiterin des Amtes für Inklusion und Sozialplanung der Städteregion. In Stolberg, der Eifel, Aachen, Herzogenrath finden jeweils sieben Liga-Spieltage statt. Der achte Spieltag wird das gemeinsame große Finale der inklusiven Liga.

Bei Tabalingo in Stolberg ist der Auftakt der Liga geglückt, die Stimmung sehr gut. Die Tischkicker sind etwas tiefer als Kicker, die im Stehen gespielt werden, und störende Tischbeine gibt es nicht, so dass auch Rollstuhlfahrer bequem mitspielen können. „Ursula! Schwierige Entscheidung, guck mal hier! Was würdest du sagen?“, ertönt es von Tisch 2. Dort gibt es einen „toten Ball“, der von keinem Team erreicht werden kann. Doch welches Team ist näher dran? Ein Fall für Ursula Espeter, die beim Liga-Auftakt mehrere Funktionen ausübt.

Am Laptop sitzt Klaus Espeter über dem Spielplan. „Ich bin aber nur Assistent der Turnierleitung“, verweist er auf seine Frau. Beide spielen in verschiedenen Teams mit, Ursula Espeter ist zudem Stolberger Turnierleiterin, Oberschiedsrichterin und auch Pressesprecherin. „Das ist heute schon ein historischer Moment“, sagt sie, denn „es hat sich herausgestellt, dass die Städteregion die erste inklusive Tischkicker-Liga in Europa auf die Beine gestellt hat.“ Je acht Zweierteams würden an den vier Spielorten an den Start gehen, so dass insgesamt 64 Teilnehmer bei der ersten Auflage der Liga aktiv seien.

Drei Tischkicker hat die Städteregion für Tabalingo zur Verfügung gestellt. „Deshalb richten wir nicht nur sieben Liga-Spieltage aus, sondern haben freitags das inklusive Kickern fest in unser Programm aufgenommen“, erklärt Ursula Espeter. Wenn das große Finale im Juni 2023 stattfindet, wird dies der Abschluss der ersten inklusiven Tischkicker-Liga der Städteregion. Wie geht es dann weiter? „Wir möchten diese Liga gerne etablieren und dauerhaft anbieten“, betont Bettina Herlitzius.

„Der Tischfußball-Verein Foosworks Aachen ist sehr hilfsbereit und wie die Partner vor Ort ebenfalls interessiert daran, die inklusive Liga fortzuführen.“ Herlitzius geht sogar noch einen Schritt weiter: „Es wäre wünschenswert, dass die inklusive Tischkicker-Liga der Städteregion und damit die Sportart offiziell anerkannt wird. Das kann zum Beispiel beim Nordrhein-Westfälischen Tischfußball-Verband beginnen.“ Auch der Deutsche Tischfußball-Bund könnte die inklusive Liga anerkennen. „Ganz toll wäre, wenn der inklusive Tischfußball im Sitzen eine Disziplin bei den Special Olympics würde“, meint die Amtsleiterin.

Für Ursula Espeter indes steht fest, dass bei Tabalingo definitiv weiterhin sitzend Tischkicker gespielt wird. „Sollte eine zweite städteregionale Liga nicht zustande kommen, machen wir zur Not eine offene Stolberger Liga daraus, die wir auf Dauer fortführen werden“, bekräftigt Espeter. „Wir haben jetzt hier eine neue Sportart, die von 16 Aktiven mit viel Freude und Begeisterung angenommen wird. Dieses tolle Angebot nächsten Sommer zurückzuziehen, kommt für uns nicht infrage.“